Im Auftrag von Deutscher Telekom, Vodafone und Telefónica hat WIK-Consult in einer Studie die Zukunft des TV-UHF-Bandes (Kulturfrequenzen) analysiert.
Darüber berichtet Teltarif:
https://www.teltarif.de/uhf-mobilfunk-rundfunk-bos/news/104060.html
Aus dem Inhalt (Text: Marc Hankmann) / Auszug:
Blinder Fleck PMSE?
Über den zweiten Nutzer im UHF-Band, die Kultur- und Produktionsbranche (Programme making and special events, PMSE), erfährt man in der Studie recht wenig. „Dass sich die Studie nur eine halbe Seite von 61 Seiten mit PMSE beschäftigt (und dann auch nur die letzte halbe Seite der ganzen Studie!), zeigt ihren blinden Fleck: Der neben dem Rundfunk wichtigste Nutzer des Bandes wird fast verschwiegen“, kritisiert Jochen Zenthöfer, Sprecher der Initiative „SOS – Save Our Spectrum“, die sich für den Erhalt der UHF-Frequenzen für Kultur und Medien einsetzt.
Immerhin wird in der Studie anerkannt, dass die PMSE-Branche auf die UHF-Frequenzen zwingend angewiesen ist. „Es gibt in der Tat keine Alternativen“, sagt Zenthöfer. „Nur im Bereich zwischen 470 und 694 MHz gibt es eine europäische Harmonisierung und damit einen Binnenmarkt – allerdings fehlt schon diese Information in der Studie.“ Seiner Meinung nach hätten sich Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone „das Geld für diese Studie sparen können“. Sie zeige nichts Neues, sondern verschweigt vieles, bleibt oberflächlich und „wird daher rasch zu den Akten gelegt werden“, ist sich Zenthöfer sicher.
Sehr treffend ist das Bild im Artikel. Es zeigt einen Soldaten bei der Tontechnik einer Veranstaltungshalle. (erstellt mit KI)
Unterzeile:
„Granateinschlag 200 Meter voraus“ statt „Atemlos durch die Nacht“? Die Kulturbranche befürchtet, dass der Funkverkehr von Soldaten zu Störungen bei Konzerten führt, wenn die Bundeswehr auch UHF-Frequenzen nutzen darf. (Bild: Erstellt mit Chat-GPT)
Weiterer Auszug aus dem Text:
„Auch die Bundeswehr hat nach Zenthöfers Ansicht nichts im UHF-Band verloren. „Wir wissen nicht, wann wie und wo die Soldaten funken“, erklärt er. „Sie werden auf ihren Marschrouten zahlreiche Kulturveranstaltungen, Konzerte, Filme und Festivals stören.“ Dass die WIK-Studie diese Bedrohung für PMSE nicht thematisiert, zeige ihre einseitige Sicht, meint Zenthöfer. Die werde auch dadurch deutlich, dass sie den Katastrophenschutz außen vor lasse. Für eine politisch-regulatorische Entscheidung über die Nutzung von Frequenzbändern sei der Katastrophenschutz laut Zenthöfer ein Hauptargument – Stichwort Rundfunk als Warnkanal.“
