„Save Our Spectrum“ – Interview mit Thomas Milde, Leiter der Tonabteilung im Friedrichtstadtpalast Berlin:
Thomas Milde, Foto: www.palast.berlin
Welche Frequenzen nutzt der Friedrichstadt-Palast und wie hoch ist der Bedarf?
Der Palast nutzt für die Vorstellungen der Grand Show BLINDED by DELIGHT bis zu 140 Frequenzen (für Mikrofone und In-Ear-Monitoring), um Solist:innen und Musiker:innen eine freie Bewegung auf der größten Theaterbühne der Welt und im Zuschauerraum zu ermöglichen und ihnen dabei größtmögliche künstlerische und kreative Freiheit zu bieten. Hierdurch entstehen für das Publikum die einzigartigen, beeindruckenden und immersiven Grand und Young Shows des Palastes.
Um die Anzahl der Frequenzen zu ermöglichen, werden sowohl die Bänder 470 – 608 MHz und 614-698 MHz, als auch das Band 736 – 753 MHz verwendet.
Warum ist der Bedarf so hoch in Ihrem Hause?
Die Solist:innen und die Musiker:innen müssen sich jederzeit auf das verlassen können, was Sie im Monitoring hören, um eine sichere Perfomance leisten zu können. Am Palast sind wir auf drahtlose Technik angewiesen, sowohl bei den Mikrofonen als auch gerade beim In-Ear-Monitoring, Grund dafür sind die räumlichen Dimensionen: Distanzen von bis zu 90 Meter müssen latenzfrei überbrückt werden können.
Was würde passieren, wenn das Band zwischen 470 und 608 nicht mehr zur Verfügung stände oder jederzeit Störungen auftreten könnten?
Sobald das Band 470-608 MHz (ebenso wie eines der anderen Bänder) nicht mehr störungsfrei eingesetzt werden kann, scheidet es für uns aus der Nutzung aus, da wir weder die Sicherheit unsere Künstler:innen gewährleisten noch dem Publikum störungsfreie Audiosignale bieten können. Dies hätte zur Folge, dass wir unseren Frequenzbedarf nicht mehr abdecken können und somit in unseren Produktionen künstlerisch eingeschränkt sind. In der Konsequenz würde das einzigartige Erlebnis des Palastes für die Gäste spürbar beeinträchtigt, was sich perspektivisch auch wirtschaftlich auswirken könnte.